Ausbildungstörn
SKS Praxis-Törn 2011
Die Schiffe
Die Prüflinge (nach bestandener Prüfung) und Ausbilder
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SKS Praxis-Törn 2010
Vom 23. bis 30.04.2010 fand in den Niederlanden unser jährlicher Sportküstenschifferschein (SKS) Praxis-Törn statt und in diesem Jahr hatten wir erstmalig vier (4!) Bavaria 37 Cruiser mit drei 5-er und einer 6-er Crew in unserer Flotte. „Angel“, „Deep Blue“, „Sunshine“ und „Summerjoy“ sollten uns in der folgenden Woche sicher über das Wasser bringen. Außerdem schloss sich in den ersten Tagen noch ein weiteres Boot mit Mitgliedern des WSV Rh Duisburg an.
14 Prüflinge und drei „Gäste“ sowie die vier SchiffsführerInnen fanden sich am Freitag, dem 23.04., gut gelaunt und voller Tatendrang in der Außenmarina von Stavoren am Ijsselmeer ein. Die Boote konnten, nachdem noch die eine oder andere Kleinigkeit zu regeln und reparieren war, unkompliziert von „Yachtcharter Sommerlad“ (www.sail-charter-stavoren.de) übernommen werden und so konnte sich nach dem Abendessen die ganze Truppe auf der „Summerjoy“ zur allgemeinen Begrüßung und zum Tieferlegen des Bootes treffen.
Nachdem spätestens am Samstagmorgen die Crews von den jeweiligen SchiffsführerInnen eingewiesen wurden, ging es auch schon „aufs Wasser“!
Am ersten Tag war der Schwerpunkt des Manöverübens. An- und Ablegen, allgemeine Manöver unter Motor, Fender-über-Bord, Segel setzen und Bergen, Halsen und Wenden standen den ganzen Tag auf dem Programm bevor die Flotte am Abend im Visserhaven in Makkum wieder zusammen kam.
Am zweiten Tag lag zunächst der Schwerpunkt darin Meilen zu machen. Es ging durch die Schleuse Koornverderzand, die Flachstelle vor Harlingen mit ausreichendem Wasserstand passierend, einem Abstecher nach Harlingen und bei allem immer schön dem Fahrwasser durch die Waddenzee folgend zur Insel Vlieland. Da noch ausreichend Zeit vorhanden war und in dem Hafen kaum Yachten lagen, konnten hier alle ausgiebig Hafenmanöver (hauptsächlich längsseits Anlegen und Ablegen mit Eindampfen in die Vor- oder Achterspring und Wenden auf engem Raum) üben, bevor alle vereint römisch-katholisch am Steg festgemacht haben.
Der dritte Tag war für viele einer der längsten an Bord und das nicht nur weil sich ein paar das rettenden Ufer möglichst schnell herbei sehnten, weil ihnen die Seekrankheit zu schaffen machte -was im Übrigen am Abend an Land wieder vergessen war! Die Fahrt nach Ijmuiden wurde nämlich als (geplante!) Nachtfahrt ausgeweitet. Da wir, nachdem wir anfänglich zwar einen schönen Segelwind hatten, gegen diesen aber immer wieder Aufkreuzen mussten, im Fahrwasser nach Den Helder einen starken Gegenstrom (bis zu 3,5 Knoten) „auf die Mütze“ bekommen haben und dann parallel zur Küste der Wind immer mehr nach lies, kamen wir in der Nacht im großen Seaport Ijmuiden an; das letzte Boot so gegen 23:30 MESZ. Und wie immer, so war es für alle ein Erlebnis, im Dunkeln die ganzen Lichter zu sehen und zu deuten, insbesondere wenn einem neben der zahlreichen Fischerboote Lotsen und tiefgangbehinderte Fahrzeuge begegneten und gleichzeitig die sichere Ansteuerung zur Hafeneinfahrt zu bewerkstelligen und abschließend ein gutes Hafenmanöver durchzuführen war.
Der nächste Tag brachte uns durch die Zuidersluis in Ijmuiden und den Noordzeekanal nach Amsterdam und dann weiter durch die nördliche Schleuse der Oranjesluisen und die dahinter liegende Brücke auf das Markermeer, an dem „Pferd von Marken“ vorbei nach Horn. Nachdem auch an diesem Tag auf dem Markermeer fleißig die Manöver geübt wurden und alle am Abend „kompakt“ längsseits und an beiden Seiten des Meldesteges im Grashaven von Hoorn angelegt und zu Abend gegessen hatten, wurde in der angenehm warmen Nacht spontan ein Stegfest durchgeführt.
Der 5. Fahrtag brachte uns wieder durch die Schleuse bei Enkhuizen auf das Ijsselmeer zurück. Da der Prüfungstag nicht mehr fern war, wurden hier auch neben dem einen oder anderen Zwischenstopp in Enkhuizen und Lemmer fleißig unter Segel und Motor Manöver geübt, so dass für einige ein weiterer langer Tag mit einer Nachtansteuerung im Außenhafen von Medemblijk endete.
Am Donnerstag, vorletzter Tag unseres Praxis-Törns, wurden die Crews ein wenig umverteilt um alle Prüflinge auf drei Schiffen zum intensiven Training für die Prüfung am nächsten Tag zusammen zu haben und damit die Gäste auf dem vierten Boot mal in Ruhe und ohne Manöverstress einen schönen Segeltag verbringen konnten. Bei wenig Wind ging es unter Motor und Segel kreuz und quer über das Ijsselmeer und nachdem alle irgendwann einen Zwischenstopp im Hindelopener Stadthafen zum Essen (lecker Pommes und Fisch) eingelegt hatten, traf man sich wohlbehalten zum Hafenmanövertraining und abschließendem Anlegen in der Außenmarina Stavoren wieder.
Der Prüfungstag, 30.04.2010, brachte den meisten Wind der ganzen Woche. Doch trotz der zum Teil ungewohnten Verhältnisse mit gleichzeitigem Prüfungsstress haben alle erfolgreich ihre praktische SKS Prüfung abgelegt, so dass nun Alex, Andreas, Christian, Ingo (Lars, Klaus, Heinz, Dieter, kurz: je nachdem welcher Name gerade gerufen wurde), Marco, Mark, Norbert, Philipp, Rainer, Rolf, Sven, Thorsten, Uwe und unsere „Quotenfrau“ Heike, Inhaber des Sportküstenschifferschein sind (mit einer Ausnahme, da die theoretische Prüfung aus zeitlichen Gründen noch nachgeschoben werden muss).
Nach der Prüfung ging es noch kurz zur Tankstelle, es wurde Klarschiff gemacht und die Schiffe gegen 14:00 MESZ ohne irgendwelche neuen Blessuren wieder an den Vercharterer übergeben. Bevor die Heimfahrten angetreten wurden, gab es Crew- und Gruppenfotos und einige trafen sich abschließend zum Pommesessen.
Zusammenfassend kann man sagen:
Es war einmal mehr ein sehr schöner Praxis-Törn
mit einem ganz tollen Trupp!!
Und auch, wenn es nicht der erste Praxis-Törn des WSV Rh Ausbildungsteams war, so war er doch wieder einmalig und etwas besonderes!!
Denn auch hier kamen wieder Menschen zusammenkamen, die augenscheinlich erst mal nur eine Gemeinsamkeit haben, nämlich das Interesse und die Freude am Wassersport und dann aber während der theoretischen Abende (zum größten Teil bereits seit dem SBF-Binnen) und im Besonderen auf dem Törn crewübergreifend festgestellt haben, dass es noch mehr Gemeinsamkeiten gibt, bis hin zu der Tatsache, dass weitere gemeinsame Segelwochenenden bzw. -urlaube bereits geplant und die ersten Schiffe gechartert sind. Nach dem Motto: Drei Neulinge wissen mehr als einer und können sich gegenseitig unterstützen bzw. zusammen mit einem erfahrenen Skipper auf Törn gehen! Uns freut natürlich umso mehr, dass wir als ehrenamtliches Ausbildungsteam eines Segelvereines sogar reine Motorbootfahrer (vor Beginn der mit Theorie gefüllten Abende) mit dem „Virus“ der Begeisterung zum Segelsport infizieren konnten.
Allen Prüflingen unseres Praxis-Törns 2010 gratulieren wir noch einmal recht herzlich zur bestandenen Prüfung und wünschen ihnen und allen anderen immer eine „Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und „Mast- und Schotbruch“!!
Wir, das sind Angelika, Katharina, Sabine und
unser „Quotenmann“ und Chef vom Ganzen Artur.